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Stereo Spiegelreflex mit Pentax K Bajonett (2012)

Stereo Fotografie ist ein faszinierendes Gebiet – und ich stehe erst ganz am Anfang – obwohl meine hier auch beschriebene Selbstbau Kamera Dacora Dignette Stereo auf Anhieb beeindruckende Bilder machte. Nicht gefallen hat mir die Tatsache dass ich durch verschiedene „Unfälle“ während des Baus nun sowohl auf den Entfernungs- als auch auf den Belichtungsmesser verzichten muss. Das hätte ich zwar durch einen – unfallfreien - Neubau in Ordnung bringen können, hinzu kommt allerdings, dass ich das Objektiv der Dacora zwar als gut in Erinnerung hatte, es aber mit modernen Objektiven doch nicht recht mit halten kann (die Dias sind etwas flau…).
Für eine Sucherkamera aus den Sechzigern war das Objektiv vermutlich schon gut, aber das Bessere ist der Feind des Guten.
Außerdem sind die 45 mm als einzige Brennweite für meine Fotografiergewohnheiten sowieso zu lang.

Da ich die RBT Kameras ziemlich faszinierend fand, ergab sich so das nächste Bastelprojekt: eine Stereo Spiegelreflexkamera mit Pentax K Bajonett (weil ein paar K Objektive habe ich noch, sogar zwei 28er…). Am liebsten hätte ich natürlich zwei originale Pentax Gehäuse verwendet, aber deren Verschlusskonstruktionen sind zu breit, die gewünschte Stereobasis von 75mm läßt sich damit nicht erreichen, insbesondere auch nicht mit zwei Pentax MX, was besonders schön gewesen wäre, aber wirklich nicht geht. Die MX ist absolut vollgestopft mit Mechanik, da kann man nichts absägen ohne die Verschlussfunktion gleich mit abzusägen, leider.

Geplant waren 75mm Stereobasis um beim originalen 24x36 Format bleiben zu können und keinen Film zu verschenken.

So ist die Stereobasis zwar etwas groß, aber ich denke inzwischen, dass das nicht viel ausmacht.

Außer Pentax Gehäusen mit K Bajonett gibt es natürlich noch viele, viele Kameras anderer Marken, aber viele davon fallen schon bei der Vorauswahl als „zu breit“ durch den Rost. RBT verwendete (unter anderem) das Cosina C1 Gehäuse, das eng mit dem Gehäuse der Voigtländer Bessa Kameras verwandt ist, das habe ich letztlich auch genommen. Die Cosinas sind sicher keine besonders aufwendigen Konstruktionen, dafür sind sie logisch aufgebaut und leicht zu demontieren. Ich kann mich in der Tat an keine andere Kamera erinnern, die innendrin so „sauber und ordentlich gemacht“ aussah – Respekt, Cosina!

Hier sind die beiden Hälften der Kamera nach dem Zersägen der „Spenderkameras“:


Und hier zusammengeklebt:

Sehr viel Respekt habe ich auch vor der Ingenieursleistung von RBT. Ich habe noch nie eine RBT in der Hand gehabt, geschweige denn benutzt oder von innen gesehen, aber RBT bot tatsächlich auch eine solche Kamera für das volle 24x36 Format mit 65 mm Stereobasis an. Wie RBT es geschafft hat, diese beiden Hälften noch einen Zentimeter weiter aneinander zu rücken als hier (und die Funktion zu erhalten), ist mir absolut schleierhaft.

Bei den RBT Kameras sind außerdem alle Funktionen integriert, d.h. der Filmtransport und der Verschlussaufzug passieren mit einem Hebel, ebenfalls wird nur mit einem Auslöser ausgelöst und an einem Knopf die Belichtungszeit verstellt – sehr eindrucksvoll.

Den Film zu transportieren ist als solches eine einfache Aufgabe, es bleibt ja schließlich bei einem Film. Schwieriger ist, immer die richtige Zahl Bilder zur transportieren: Stereo Paare werden ja an den Positionen 1/3, 2/4, 5/7, 6/8 usw. gemacht, die Transport Mechanismen der RBT Kameras können das steuern, meine Kamera nicht (und ich weiß auch nicht wie RBT das gelöst hat). Bei mir muss man bis zu markierten Zählwerks-Positionen transportieren, und halt dabei aufpassen sich nicht zu vertun.

Der Verschlussaufzug der „Nachbarkamera“ passiert über ein flaches Blech an der Kameraunterseite, und ich nehme an, dass RBT das auch so gemacht hat, weil auch deren Kameras an der Unterseite etwas dicker sind, wie meine auch.

 

Für das Auslösen mit nur einem Auslöser habe ich einen kleinen Seilzug gebastelt mit einer Umlenkung, um etwas mehr Weg zu generieren:

Es würde mich nicht wundern, wenn das auch in einer RBT Kamera prinzipiell ähnlich aussähe, aber ich weiß es natürlich nicht.

An RBT Kameras gibt es auch nur ein Zeitenrad – und ich habe wiederum keine Ahnung, wie RBT es schafft, auch den Verschluss der zweiten Kamera mit diesem einen Rad einzustellen. Bei mir gibt es weiterhin zwei Zeitenräder und das macht auch nichts, Stereo Fotografie ist ohnehin „Slow Food“, da kann man sich auch etwas Mühe geben und kontrollieren, ob beide Verschlüsse gleich eingestellt sind.

Ich habe mich ebenfalls entschieden, das Prisma der „zweiten“ Kamera wegzulassen. Der optische Effekt durch beide Sucher zu schauen und das Bild schon vorab „stereo“ zu sehen, ist zwar ganz lustig, aber jedes Prisma wiegt auch was und der Gedanke eine asymmetrische Kamera zu haben, gefiel mir auch.
Hier sind die obere und untere Gehäuseabdeckung vor dem Lackieren:

Hier ist die fertige Kamera:


Farbige Kameras sind in Mode…

Die Lackiererei ist miserabel gelungen, das kann ich einfach nicht, ich nehme es aber irgendwann noch einmal in Angriff…

Technisch funktioniert sie gut, einschließlich des Flaschenzug-Auslösers, an den ich zuerst nicht recht geglaubt habe.

Der erste Schwung des Transporthebels spannt beide Verschlüsse und transportiert den Film um ein Bild vorwärts. Je nachdem muss man noch zwei weitere Male bis zur Markierung auf dem Zählwerk transportieren um das nächste Stereopaar aufnehmen zu können. Der Belichtungsabgleich erfolgt im Sucher mit Dioden wie in der originalen Kamera, wie auch die Scharfstellung. Die eingestellten Werte müssen dann auf die „andere“ Kamera übertragen werden. Vielleicht mache ich mich auch noch einmal an zwei gekoppelte Zoom Objektive, bis dahin geht es auch so.

Der erste Film zeigte wie erwartet ein paar Lichtlecks, die ich nun finden und abdichten muss (ich ahne aber schon wo ich suchen muss). Dass die Bilder jedes Stereo Paares etwas unterschiedlich belichtet sind, schiebe ich bis zum Beweis des Gegenteils ebenfalls auf Lichteintritt.

Bilder aus Amsterdam:


Nachtrag: Die ungleichmäßige Belichtung lag an der lahmen Blende eines der 28er (ein beliebter Pentax Defekt)...

Inzwischen ist sie auch lichtdicht und mit zwei gekoppelten FA 28-80 ausgestattet, was die Kamera zwar nicht schöner macht, aber sehr viel schneller zu bedienen:

Noch ein paar Bilder vom ersten Schnee 2012:



Bilder aus Paris:


















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